Die natürliche Gartenabgrenzung

15. Juli 2015 | Kategorie: Gartenentwurf , Pflanzen , Hecke , Natürlicher Garten

Eine Öffnung in der Eibenhecke und einen guten Meter dahinter eine zweite Eibenhecke. So wird Spannung kreiert und der Garten wirkt größer.

Eine Gartenabgrenzung, die variiert, verschwimmt im Hintergrund

Jeder kennt das: bei der Anlage eines neuen Gartens stürzen wir uns als erstes auf die Grenzlinie. Da muss eine Hecke, eine Mauer oder ein Zaun gesetzt werden, am liebsten zwei Meter hoch, sodass die Privatsphäre geschützt ist. Erst danach beschäftigt man sich mit dem Garten. Schade, denn nichts ist schöner als wenn die Gartenabgrenzung auf kreative Art und Weise in den Garten übergeht. Also lieber keine „Berliner Mauer“, sondern eine Abgrenzung, die variiert, und so angenehm in den Hintergrund tritt.

Eine Grundregel beim Gartenentwurf: Setzen Sie zur Gartenabgrenzung nicht auf jede Grenze das gleiche Material mit der gleichen Höhe. Mit ein bisschen Variation wirkt der Garten viel interessanter. Entscheiden Sie sich am besten für maximal zwei Materialien oder Pflanzensorten, da mehr Variation auch schnell unruhig wirken kann. Beispiel: Pflanzen Sie nicht überall eine Buchenhecke, sondern dazu noch Eibe (Taxus). Die Wechselwirkung von Laub- und Nadelgehölz ist perfekt. Die Buche variiert im Laufe des Jahres ihre Farbe und die Eibe sieht das ganze Jahr gleich aus: wechselhaft kombiniert mit solide. Es kann schön sein, die Eibe auch innerhalb des Gartens zu integrieren, dann jedoch besser in niedriger Form, etwa als niedrige Hecke oder als geometrisch geschnittene Formen. Indem Sie Materialien der Gartenabgrenzung in unterschiedlichen Höhen in den Garten einfließen lassen, verwischt die Grenze und wirkt nicht mehr so hart.

Mit Höhenunterschieden und Öffnungen spielen

Versuchen Sie, mit Höhenunterschieden und Öffnungen in der Gartenabgrenzung zu spielen – egal mit welchen Materialien. Eine Mischung aus Buche, Hainbuche und Eibe zum Beispiel (Foto oben). Wenn Hecken in niedriger Form im Garten auftauchen, verschwimmt die Starrheit der Grenze und die Flächenverteilung wird spannender. Die nötige Höhe wird hier durch junge Stamm-Platanen erreicht.

Auf diesem Foto sind schmale Öffnungen in einer hohen Buchenhecke zu sehen. Die Privatsphäre wird zum größten Teil gewahrt und der Raum wird optimal ausgenutzt. Wer gut mit der Heckenschere umgehen kann, kann ein „Fenster“ in die Hecke schneiden.

Eine Öffnung in der Eibenhecke und einen guten Meter dahinter eine zweite Eibenhecke. So wird Spannung kreiert und der Garten wirkt größer. Ein Baum zwischen den beiden Hecken wäre sogar noch besser für den Gartenentwurf, da er noch mehr Tiefe bringen würde.

Eine Hecke ist zu viel Arbeit?

Sie finden eine grüne Hecke zwar schön, möchten oder können Sie aber nicht pflegen? Oder Sie haben nicht genug Platz für eine grüne Wand im Garten? Dann sollten Sie Alternativen wie einen Zaun mit unterschiedlichen Höhen in Betracht ziehen. Um die Gartenabgrenzung trotzdem natürlich zu gestalten, können Sie diesen mit Kletterpflanzen beranken lassen oder Sie verwenden eine natürliche Abgrenzung aus Weiden.

Weidenzaun

Die Weide (Salix) ist ein weit verbreiteter Baum in Deutschland. Bekannte Weidenarten bzw. Formen sind die Kopfweide oder die Kätzchenweide. Durch ihre Biegsamkeit ist es sehr einfach, sie zu flechten – es ist möglich, niedrigere Beeteinfassungen oder auch höhere Zäune damit zu erschaffen. Da die meisten Weiden schnell wachsen, fallen jedes Jahr viele Weidenruten zum Flechten an. Wenn Sie keine zur Hand haben sollten, können Sie auch Zweige der Haselnuss (Corylus avellana) verwenden. Sie können auch Weidenruten in den Boden stecken – sie wachsen meist schnell an und treiben dann aus. Jährliches Schneiden ist die einzige Pflege.